Berlin – Lange Zeit lief es für Franz Wagner bei seinem NBA-Heimspiel nicht nach Plan, doch in der entscheidenden Phase zeigte der deutsche Basketball-Star beim 118:111-Sieg der Orlando Magic gegen die Memphis Grizzlies, wie wichtig er für sein Team ist.
Nach seiner Sprunggelenksverletzung (letztes Spiel am 7. Dezember) war Wagner bereit für sein Comeback und startete in der Aufstellung, während sein Bruder Moritz und Tristan da Silva von der Bank kamen. Wagner wollte den Schwung seiner Rückkehr nutzen, zog mehrfach zum Korb, fand aber zunächst nicht seinen Rhythmus. Trotzdem starteten die Magic stark (7:2).
Doch Memphis übernahm schnell die Kontrolle, traf acht seiner ersten zwölf Dreipunktewürfe und ging mit 39:23 in das erste Viertel. Orlando verteidigte schwach und das deutsche Trio fand überhaupt nicht ins Spiel. Gemeinsam blieben sie punktlos bei einer Wurfquote von 0 von 6 und leisteten sich jeweils einen Ballverlust.
Zu Beginn des zweiten Viertels erzielten Franz Wagner die ersten beiden deutschen Punkte, gefolgt von einem Dreier von Moritz Wagner. Doch die schwache Defensive der Magic verhinderte ein schnelles Comeback, und Memphis erhöhte auf 52:32. Orlando fing sich jedoch wieder, und da Silva verkürzte mit zwei verwandelten Freiwürfen auf 42:52. Zur Halbzeit lagen die Grizzlies dank eines überragenden Jaren Jackson Jr. mit neun Punkten vorn (67:58), während Paolo Banchero mit 18 Punkten die Magic im Spiel hielt.
Mit einem Dreier eröffnete Franz Wagner die zweite Halbzeit, fand aber weiterhin nicht seinen Rhythmus. Desmond Bane brachte die Magic wenig später auf einen Punkt heran, und dank eines Dreiers von Anthony Black lagen sie sogar kurzzeitig wieder vorn (71:70). Doch Wagner patzte in der Offensive, was Memphis erlaubte, die Führung zurückzugewinnen.
Der deutsche Nationalspieler wurde daraufhin ausgewechselt, was den Weg für einen entscheidenden Lauf seines Teams ebnete, an dem auch Moritz Wagner einen großen Anteil hatte. Der 28-Jährige punktete, verteidigte stark und war ein emotionaler Anker. Dank 14 Zählern in Folge hatte Orlando aus einem 20-Punkte-Rückstand einen Elf-Punkte-Vorsprung (84:75) herausgearbeitet. Bis zur letzten Pause verkürzten die Grizzlies jedoch wieder auf 79:84.
Im letzten Viertel deutete sich eine dramatische Schlussphase an. Sechs Minuten vor Schluss stand es 100:97 für Orlando, doch die Grizzlies übernahmen mit 4:29 Minuten noch auf der Uhr wieder die Führung (103:102). Doch die Magic kämpften zurück, und Franz Wagner erwachte zu neuem Leben. Der Nationalspieler versenkte 62 Sekunden vor Schluss einen wichtigen Wurf zum 114:109 und wurde von seinen Teamkollegen gefeiert.
Nach dem Schlusssignal jubelten alle gemeinsam. Die Wagner-Brüder und da Silva lieferten zwar keine herausragende Leistung ab, hatten aber alle Momente, in denen sie für ihr Team entscheidend waren. Franz Wagner erzielte bei seinem Comeback 18 Punkte (13 davon im letzten Viertel) und sammelte neun Rebounds. Moritz Wagner kam auf sieben Zähler und vier Rebounds, während da Silva (acht Punkte) vor allem defensiv mit vier Steals überzeugte.
