Sicherheitsforscher haben eine hochentwickelte Spyware namens Morpheus entdeckt, die gezielt die biometrischen Sicherheitsbarrieren von WhatsApp umgeht. Die Malware zielt primär auf Android-Nutzer ab und beginnt ihre Infektion mit einer gefälschten SMS, die angeblich vom Mobilfunkanbieter stammt und zur Installation einer schädlichen APK-Datei auffordert.
Nach der Installation nutzt Morpheus die Android-Barrierefreiheitsrechte aus und zeigt einen täuschend echten Update-Bildschirm, der das Gerät während des Vorgangs blockiert. Anschließend fordert die App eine biometrische Verifizierung für WhatsApp an – wodurch Angreifern Zugriff auf verschlüsselte Chats ermöglicht wird.
Analysen von Codefragmenten deuten auf eine Verbindung zu italienischen Cyber-Intelligence-Unternehmen hin, was darauf hindeutet, dass die Software für staatliche oder professionelle Spionagezwecke entwickelt wurde.
Parallel dazu warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor einer neuen Angriffswelle gegen Signal, die bislang als Goldstandard für sichere Kommunikation galt. Ziel der Angreifer sind unter anderem die Bundestagspräsidentin Klöckner sowie die Ministerinnen Hubertz und Prien. Dabei kompromittierten sie ein Analytics-SDK im Build-Prozess eines inoffiziellen Signal-Forks und konnten über 72 Stunden lang die Kommunikation der Beamten abfangen. Offizielle Signal-Versionen bleiben laut BSI nicht betroffen.
